Remote Work Regeln 2025: Arbeitszeit, Equipment, Erstattung

Remote Work Regeln 2025: Arbeitszeit, Equipment, Erstattung

Rechtlicher und gesellschaftlicher Wandel: Remote Work als Standard

Seit einigen Jahren befindet sich die Arbeitswelt in einem tiefgreifenden Umbruch – Remote Work hat sich dabei als festes Element etabliert, das weit über temporäre Krisenlösungen hinausgeht. Aktuelle Untersuchungen und Erfahrungswerte belegen, dass hybrides und ortsunabhängiges Arbeiten im Jahr 2025 in zahlreichen IT-Unternehmen längst gängige Praxis ist. Nicht nur internationale Technologiekonzerne, sondern auch mittelständische Betriebe und Start-ups setzen auf flexible Arbeitsmodelle. Mit dieser Entwicklung sind die Anforderungen an die rechtliche, technische und organisatorische Ausgestaltung von Remote Work kontinuierlich gestiegen, sodass klare Vorgaben notwendig wurden.

Aus Unternehmenssicht trägt Remote Work wesentlich zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, zur Mitarbeiterbindung sowie zur Förderung der Produktivität bei. Entscheidende Voraussetzungen sind einheitliche, transparente Rahmenbedingungen – insbesondere bezüglich Arbeitszeitregelungen, technischer Ausstattung und der Kostenerstattung. Gesetzliche Grundlagen und praxiserprobte Standards wirken dabei unmittelbar auf die Erwartungen der Beschäftigten ein. Daraus resultiert für Arbeitgeber die Notwendigkeit, Regelwerke zur Remote Work regelmäßig zu prüfen, anzupassen und offen zu kommunizieren.

Arbeitszeitregelungen im Homeoffice: Flexibel, aber verbindlich

Flexible Arbeitszeiten gehören zu den größten Vorteilen der Remote Work, erfordern jedoch zugleich gut definierte Strukturen. Um Überstunden, ständige Verfügbarkeit und Konflikte im Alltag zu vermeiden, etablieren sich bis 2025 immer häufiger hybride Modelle mit verbindlichen Kernarbeitszeiten – etwa zwischen 10 und 15 Uhr, innerhalb derer der Austausch im Team und Meetings stattfinden.

Für IT-Fachkräfte eröffnet dies die Möglichkeit, den Arbeitstag individuell zu gestalten. So nutzen einige Beschäftigte den frühen Start in den Tag, um spätere Stunden für persönliche Interessen freizuhalten, während andere bewusst später beginnen und sich stärker in abendliche Deployments einbringen. Dieses Maß an Flexibilität gelingt jedoch nur, wenn gemeinsame Verbindlichkeit besteht und gesetzliche Vorgaben – wie Pausenregelungen und Ruhezeiten – eingehalten werden.

Praktische Empfehlungen für den Arbeitsalltag:

  • Einsatz von Zeiterfassungstools wie Clockify oder Jira, um Arbeitszeiten transparent zu dokumentieren.
  • Vereinbarung fester Erreichbarkeitszeiten im Team, etwa montags bis freitags zwischen 10 und 15 Uhr.
  • Verlässliche Kommunikation von Blockzeiten oder Abwesenheiten im Kalender.

Als Beispiel für eine Regelung zur Remote Work kann folgende Formulierung dienen:

„Alle Mitarbeitenden im Remote-Modus sind verpflichtet, Arbeitsbeginn und -ende sowie Pausenzeiten täglich im Zeiterfassungssystem zu dokumentieren. Die Kernarbeitszeit gilt von 10:00 bis 15:00 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten werden Meetings nur nach vorheriger Abstimmung angesetzt.“

Technisches Equipment: Was muss gestellt werden?

Ein dauerhaft nutzbarer Arbeitsplatz im Homeoffice erfordert verlässliche technische Ausstattung. Laptops, Monitore, Docking-Stations und Headsets bilden inzwischen die Standardausrüstung vieler Unternehmen für Remote Work. Häufig erhalten Mitarbeitende ein individuelles Ausstattungspaket, während der IT-Support bei Fragen und technischen Problemen weitgehend digital erfolgt.

Offen bleibt dabei oft die Frage der Kostenübernahme für die Homeoffice-Einrichtung: Wer übernimmt die Ausgaben für ergonomische Stühle, höhenverstellbare Schreibtische oder weiteres Zubehör? Fest steht: Die Arbeitsstättenverordnung verpflichtet Arbeitgeber zur Sicherstellung von Gesundheit und Sicherheit – auch im häuslichen Büro. In vielen Organisationen erhalten Beschäftigte daher ein jährliches Budget für ergänzende Ausstattung oder Zuschüsse zur ergonomischen Einrichtung.

Ein typisches Modell sieht vor, dass Unternehmen die Grundausstattung aus Laptop, Monitor und Maus bereitstellen. Für weitere Bedarfe – etwa einen ergonomischen Drehstuhl oder spezielle Beleuchtung – können Mitarbeitende nach vorheriger Abstimmung Zuschüsse von bis zu 500 Euro pro Jahr beantragen. Beschaffung und Abwicklung erfolgen meist über einen zentralen Online-Katalog, die Administration liegt beim Einkaufsteam. Technischer Support wird per Remote-Zugriff angeboten, beim Ausfall der Hardware sorgt ein Pick-up-and-Replace-Service für schnelle Lösungen.

  • Checkliste für die Gestaltung eines effektiven Remote-Arbeitsplatzes:
    • Firmenlaptop mit aktueller Sicherheits- und Kollaborationssoftware
    • Monitor ab 24 Zoll sowie ein ergonomischer Bürostuhl
    • Headset, externe Webcam und bei Bedarf eine Docking-Station
    • Stabile Internetverbindung mit VPN
    • Zugriff auf einen Helpdesk-Chat oder eine Hotline, mindestens zu den regulären Geschäftszeiten

Kostenerstattung: Was Arbeitgeber (2025) zahlen müssen – und was nicht

Bei der Erstattung von Ausgaben rund um Remote Work gibt es viele Varianten – ein wiederkehrendes Thema, das sowohl bei der Vertragsverhandlung als auch im laufenden Arbeitsverhältnis eine Rolle spielt. IT-Fachkräfte sollten sich vorab informieren, da die Praxis im Hinblick auf Strom, Internet, Heizung, Büroausstattung und Arbeitsmittel von Unternehmen zu Unternehmen variiert. Seit 2024 sind für Deutschland allerdings Mindeststandards gesetzlich verbindlich geregelt, die weiterhin Bestand haben.

Wesentliche Komponenten im Überblick:

  • Technische Ausstattung und Mobiliar: Geräte wie Laptops und Monitore stellt das Unternehmen. Ergonomische Büromöbel werden – abhängig vom Vertrag – in der Regel bezuschusst, etwa über eine jährliche Homeoffice-Pauschale (zwischen 300 und 600 Euro).
  • Internetkosten: Ein monatlicher Zuschuss zwischen 20 und 40 Euro für den Internetanschluss ist mittlerweile üblich, insbesondere für Mitarbeitende ohne festen Unternehmensstandort.
  • Strom und Nebenkosten: Für diese Ausgaben können Beschäftigte eine steuerliche Homeoffice-Pauschale (6 Euro pro Tag, maximal 1.260 Euro im Jahr) geltend machen.
  • Kommunikations- und Softwaretools: Kosten für Lizenzen (beispielsweise Slack, Zoom, Jira, VPN) trägt der Arbeitgeber vollständig.

Ein konkreter Tipp: Klären Sie im Arbeitsvertrag oder einer speziellen Remote-Work-Vereinbarung, welche Pauschalen gezahlt werden, wie die Abrechnung der Büroausstattung abläuft und ob zusätzliche Anschaffungen, wie etwa ein zweiter Monitor, separat genehmigt werden müssen. Bewerberinnen und Bewerber im IT-Bereich zeigen durch gezielte Nachfragen zu diesen Punkten einen professionellen und informierten Umgang mit dem Thema Remote Work.

Best Practices: Remote Work effizient gestalten

Erfolgreiches Remote-Arbeiten setzt voraus, dass klare Standards und Erwartungen im Team etabliert werden. In zahlreichen Unternehmen haben sich gerade folgende Praktiken als besonders wirksam erwiesen:

  • Regelmäßige Team-Check-ins: Kurze tägliche oder wöchentliche Video-Standups unterstützen die Zusammenarbeit und beugen Vereinsamung vor.
  • Kommunikationsregeln festlegen: Für unterschiedliche Anliegen sollten passende Kanäle definiert werden, zum Beispiel Slack für schnelle Abstimmungen, E-Mails für strukturierte Informationen oder Videokonferenzen für Diskussionen.
  • Zielorientierung statt Präsenzkontrolle: Die Ergebniserreichung rückt in den Vordergrund, während reine Anwesenheitszeiten an Bedeutung verlieren.
  • Transparente Abläufe für Abwesenheiten: Mit Tools wie gemeinsam genutzten Kalendern lassen sich Urlaub, Krankheitstage oder Blockzeiten einfach mitteilen.
  • Strukturiertes Onboarding und gezielte Weiterbildung im Remote-Setting: Neue Kolleginnen und Kollegen profitieren von digitalen Willkommenspaketen und systematischer Schulung, um schnell in die Arbeitsprozesse zu starten.

Praxisbeispiel: Digitalisierung im Mittelstand

Ein mittelständisches IT-Beratungsunternehmen stellt 2025 konsequent auf ein Remote-First-Konzept um. Sämtliche Mitarbeitenden erhalten standardisierte IT-Ausstattung sowie einen monatlichen Internetzuschuss. Im Intranet stehen alle wichtigen Informationen zu Arbeitszeiten, Technik und Kostenerstattung gebündelt zur Verfügung, ergänzt durch FAQ und Videotutorials. Das Führungspersonal wird regelmäßig im Bereich Remote-Leadership geschult. Diese intelligente Umsetzung sorgt für eine niedrigere Fluktuation und ermöglicht dem Team, Projekte ortsunabhängig und effizient umzusetzen.

Bewerbungstipps: So punkten Sie mit Remote-Kompetenz

Bei Bewerbungen um Remote-Stellen empfiehlt es sich, einschlägige Erfahrungen und Kompetenzen im Bereich verteiltes Arbeiten deutlich herauszustellen. Dazu bieten sich konkrete Beispiele im Lebenslauf an, wie etwa:

  • „Remote-Entwicklung und Deployment verteilter Softwareprojekte, abteilungsübergreifend (bis zu 7 Zeitzonen)“
  • „Erstellung und Einhaltung von Remote-Arbeitsrichtlinien, Einführung von Zeiterfassung und digitalen Workflows“
  • „Remote-Onboarding von Projektteams mittels digitaler Lernplattformen“

Das Anschreiben bietet die Möglichkeit, auf Eigeninitiative, hybride Zusammenarbeit und praktische Kenntnisse im Umgang mit Remote-Tools einzugehen. Eine geeignete Formulierung kann etwa lauten:

„Die Arbeit im Remote-Setting ist mir bestens vertraut – von der Organisation meines Homeoffice-Arbeitsplatzes über die Nutzung verschiedenster Kollaborations- und Kommunikationstools bis zur eigenverantwortlichen Arbeitszeitplanung. Ich bringe die notwendige Selbstdisziplin und Transparenz mit, um auch virtuelle Teams effizient zu unterstützen.“

Zusätzliche Zertifikate, beispielsweise in den Bereichen Datenschutz, Online-Moderation, Agilität oder IT-Sicherheit im Homeoffice, unterstreichen die Bereitschaft, die Anforderungen moderner Remote-Arbeit aktiv mitzugestalten.

Fazit: Remote Work ist gekommen, um zu bleiben

2025 zählt Remote Work für viele IT-Profis zu den etablierten Arbeitsmodellen. Klare Standards für Arbeitszeiten, technische Ausstattung und Kostenerstattung sind inzwischen fester Bestandteil moderner Arbeitsverhältnisse. Wer sich in der IT-Branche bewegt, sollte aktuelle Regelungen sicher kennen und die eigenen Erwartungen strukturiert kommunizieren. Unternehmen, die auf transparente und gut strukturierte Lösungen setzen, fördern Motivation und Effizienz – so profitieren alle Beteiligten nachhaltig von den Möglichkeiten flexibler Arbeitsgestaltung.

Bereit für den nächsten Karriereschritt?

Entdecken Sie passende IT-Jobs auf Jobriver.

Jobs entdecken