Low Code – Definition und Bedeutung
Was ist Low Code? Low Code bezeichnet eine Softwareentwicklungsmethode, die es ermöglicht, Anwendungen mit minimalem Programmieraufwand zu erstellen.
Key Facts
| Kategorie | Softwareentwicklung |
|---|---|
| Erstveröffentlichung/Ursprung | 2010er Jahre |
| Typische Verwendung | Erstellung von Anwendungen in Unternehmen |
| Verwandte Begriffe | No Code, Citizen Development |
| Schwierigkeitsgrad | Niedrig bis Mittel |
| Lizenz/Hersteller | Verschiedene Anbieter wie Mendix, OutSystems, Microsoft Power Apps |
Ausführliche Erklärung
Definition und Grundlagen von Low Code
Low Code bezeichnet eine Entwicklungsumgebung, die es ermöglicht, Softwareanwendungen mit minimalem Programmieraufwand zu erstellen. Diese Plattformen verwenden visuelle Entwicklungswerkzeuge und vordefinierte Module, um den Prozess der Softwareentwicklung zu vereinfachen und zu beschleunigen. Low-Code-Entwicklung richtet sich sowohl an professionelle Entwickler als auch an nicht-technische Benutzer, die als „Citizen Developers“ bezeichnet werden. Das Hauptziel von Low-Code ist es, die Anwendungsentwicklung zu demokratisieren und breiteren Personengruppen den Zugang zu ermöglichen.
Funktionsweise und Architektur von Low-Code-Plattformen
Low-Code-Plattformen basieren auf einer Reihe von Kernkomponenten, die zusammenarbeiten, um eine schnelle und effiziente Anwendungsentwicklung zu ermöglichen. Die wichtigsten Elemente sind:
- Visuelle Entwicklungsumgebung: Benutzer können Anwendungen durch Drag-and-Drop-Interfaces erstellen, anstatt den Code manuell zu schreiben. Dies reduziert den technischen Aufwand erheblich.
- Wiederverwendbare Komponenten: Low-Code-Plattformen bieten eine Bibliothek von vorgefertigten Modulen und Funktionen, die Entwickler in ihre Anwendungen integrieren können, um Entwicklungszeit zu sparen.
- Integrationstools: Die meisten Low-Code-Plattformen ermöglichen eine einfache Integration mit bestehenden Systemen und Datenquellen, was eine nahtlose Verbindung zwischen verschiedenen Anwendungen und Datenbanken gewährleistet.
- Cloud-basierte Infrastruktur: Viele Low-Code-Lösungen operieren in der Cloud, was eine flexible Skalierung und den Zugriff von verschiedenen Standorten aus ermöglicht. Dies ist besonders wichtig für Unternehmen, die remote arbeiten oder mehrere Standorte haben.
Marktentwicklung und Trends im Low-Code-Bereich
Der globale Low-Code-Markt hat ein signifikantes Wachstum erfahren. Im Jahr 2024 wird das Marktvolumen auf 30,1 Milliarden US-Dollar geschätzt, mit einer prognostizierten Steigerung auf 101,7 Milliarden US-Dollar bis 2030. Dies entspricht einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 22,3 %. Bis 2026 wird erwartet, dass Low-Code-Plattformen 75 % aller neuen Anwendungen unterstützen werden, wobei große Unternehmen bereits 70 % ihrer neuen Apps mithilfe dieser Technologien entwickeln.
Eine zentrale Rolle spielen dabei die sogenannten Citizen Developers. Schätzungen zufolge werden bis 2026 etwa 80 % der Nutzer von Low-Code-Lösungen aus nicht-IT-Abteilungen stammen. Diese Entwicklung ist entscheidend für die Marktakzeptanz, da Unternehmen dadurch ihre Agilität erhöhen und schneller auf Marktveränderungen reagieren können.
Vorteile und Herausforderungen von Low-Code
Low-Code bietet zahlreiche Vorteile, die Unternehmen dazu anregen, diese Technologie zu implementieren:
- Geschwindigkeit: Die Anwendungsentwicklung kann um bis zu 90 % beschleunigt werden, was Unternehmen eine schnellere Markteinführung ermöglicht.
- Kosteneffizienz: Die Entwicklungskosten können um bis zu 70 % gesenkt werden, da weniger spezialisierte Entwickler benötigt werden und die Entwicklungszeit verkürzt wird.
- Erhöhte Flexibilität: Die Verbindung zwischen verschiedenen Systemen und die Anpassungsfähigkeit von Anwendungen sind durch die visuelle Entwicklungsumgebung deutlich verbessert.
Trotz dieser Vorteile gibt es auch Herausforderungen, die mit der Nutzung von Low-Code verbunden sind:
- Schatten-IT: Bei unkontrollierter Nutzung von Low-Code-Tools können Sicherheitsrisiken und Compliance-Probleme auftreten, da nicht autorisierte Anwendungen in das Unternehmensumfeld integriert werden.
- Qualitätskontrolle: Die Vielzahl an Citizen Developers kann zu Inkonsistenzen und variierender Qualität bei den erstellten Anwendungen führen.
- Abhängigkeit von Anbietern: Unternehmen könnten sich in langfristigen Abhängigkeiten von bestimmten Low-Code-Anbietern wiederfinden, was die Flexibilität einschränken kann.
Die Rolle von Generativer KI im Low-Code-Umfeld
Ein wachsender Trend im Bereich Low-Code ist die Integration von generativer KI. Diese Technologien ermöglichen die Erstellung von Anwendungen auf Basis natürlicher Sprache und reduzieren die Abhängigkeit von spezialisierten Entwicklern weiter. Durch die Verwendung von KI zur Automatisierung bestimmter Entwicklungsprozesse können Unternehmen die Effizienz ihrer Anwendungsentwicklung weiter steigern und den Zugang zu Softwareentwicklung für nicht-technische Benutzer erleichtern.
Die Kombination von Low-Code und generativer KI hat das Potenzial, die Art und Weise, wie Softwareanwendungen erstellt werden, grundlegend zu verändern und die Innovationsgeschwindigkeit in Unternehmen zu erhöhen. Die Nutzung solcher Technologien wird voraussichtlich auch in den kommenden Jahren weiter zunehmen, insbesondere in dynamischen und schnelllebigen Branchen.
Typische Einsatzgebiete
- Entwicklung von internen Geschäftsanwendungen
- Prototyping von Softwarelösungen
Vorteile
- Schnellere Anwendungsentwicklung
- Kostensenkung bei der Softwareerstellung
Nachteile
- Risiko von Schatten-IT
- Eingeschränkte Anpassungsmöglichkeiten bei komplexen Anwendungen
Praxisbeispiel
Ein Beispiel für die Nutzung von Low-Code ist die Erstellung einer internen Anwendung zur Verwaltung von Mitarbeiterdaten. Bei Code
app.createEmployee(name, position); können Nutzer ohne tiefgehende Programmierkenntnisse neue Mitarbeiter in das System einpflegen.
Voraussetzungen
- Grundkenntnisse in Softwareentwicklung
- Vertrautheit mit der Low-Code-Plattform
Typische Tools
- Mendix – Entwicklung von Anwendungen mit visuellen Modellen
- OutSystems – Schnelle Entwicklung von Unternehmensanwendungen
Häufige Fehler
- Unzureichende Planung der Anwendung
- Missbrauch von Low-Code für komplexe Projekte
Best Practices
- Regelmäßige Schulungen für Citizen Developers
- Etablierung von Governance-Richtlinien für die Nutzung von Low-Code-Plattformen
Vergleich mit ähnlichen Technologien
| Technologie | Unterschied |
|---|---|
| No Code | No Code erfordert keinerlei Programmierkenntnisse, während Low Code auch Programmierung ermöglicht. |
Lernpfad
- Einführung in Low-Code-Entwicklung – Verstehen der Grundlagen und Vorteile von Low-Code-Plattformen.
- Nutzung von Low-Code-Tools – Erlernen der Anwendung von Low-Code-Tools zur Erstellung von Anwendungen.
- Integration von KI in Low-Code-Projekte – Erforschen, wie generative KI in Low-Code-Anwendungen integriert werden kann.
- Prototyping und agile Entwicklung – Anwendung von Low-Code zur schnellen Erstellung von Prototypen und agilen Entwicklungsprozessen.
- Sicherheitsaspekte und Risiken – Bewusstsein für Sicherheitsrisiken wie Schatten-IT und deren Management.
Zertifizierungen
- Low-Code Development Certification (International Institute of Software Architects)
- Certified Citizen Developer (Low-Code Institute)
Aktuelle Nachfrage am Arbeitsmarkt
Der Bedarf an Low-Code-Entwicklern wächst in Deutschland stetig, da Unternehmen zunehmend auf diese Technologien setzen, um die Effizienz in der Anwendungsentwicklung zu steigern. Insbesondere die Integration von Citizen Developern aus Nicht-IT-Abteilungen zeigt, dass die Nachfrage nach entsprechenden Schulungen und Fachkräften zunimmt.
Typische Berufe
- Low-Code Developer
- Citizen Developer
- Business Analyst
- Application Developer
Gehaltsbereich
ca. 50.000 – 80.000 € brutto pro Jahr (Deutschland). Das Gehalt kann je nach Erfahrung und Region variieren.
Passende Jobs
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Häufig gestellte Fragen
Low Code bezeichnet eine Entwicklungsumgebung, die es ermöglicht, Anwendungen mit minimalem Programmieraufwand zu erstellen. Diese Plattformen bieten visuelle Entwicklungswerkzeuge und Drag-and-Drop-Funktionalitäten, die es auch Nicht-Entwicklern ermöglichen, Software zu erstellen. Der Ansatz zielt darauf ab, die Anwendungsentwicklung zu beschleunigen und die Abhängigkeit von spezialisierten IT-Entwicklern zu reduzieren.
Die Low-Code-Entwicklung funktioniert durch die Bereitstellung von grafischen Benutzeroberflächen, die es Nutzern ermöglichen, Anwendungen durch visuelle Modellierung zu erstellen. Anstatt Code manuell zu schreiben, verwenden Entwickler vorgefertigte Bausteine und Module, um Funktionalitäten zusammenzustellen. Dies beschleunigt den Entwicklungsprozess erheblich und macht ihn für nicht-technische Nutzer zugänglicher.
Low Code wird für die schnelle Entwicklung von Anwendungen in verschiedenen Bereichen eingesetzt, darunter Unternehmenssoftware, mobile Apps und Webanwendungen. Unternehmen nutzen diese Plattformen, um interne Prozesse zu optimieren, Prototypen zu erstellen und Marketingkampagnen effizient umzusetzen. Dadurch können sie schneller auf Marktveränderungen reagieren und Innovationen vorantreiben.
Die Vorteile von Low-Code-Plattformen umfassen eine signifikante Beschleunigung der Anwendungsentwicklung, die um bis zu 90 % schneller erfolgen kann. Zudem werden Entwicklungskosten um bis zu 70 % gesenkt. Low-Code ermöglicht es Unternehmen, auch ohne umfangreiche IT-Ressourcen innovative Lösungen zu entwickeln und fördert die Zusammenarbeit zwischen Fachabteilungen und IT.
Zu den Nachteilen von Low-Code-Plattformen gehören potenzielle Sicherheitsrisiken, insbesondere bei unkontrollierter Nutzung, die zu Schatten-IT führen können. Zudem kann die Abhängigkeit von spezifischen Plattformanbietern die Flexibilität einschränken. Ein weiterer Nachteil ist, dass komplexe Anwendungen möglicherweise nicht die gewünschte Leistung oder Anpassungsfähigkeit bieten, die durch herkömmliche Programmierung erreicht werden kann.
Das Erlernen von Low-Code kann durch Online-Kurse, Tutorials und Webinare erfolgen, die von Anbietern der Plattformen sowie von Bildungseinrichtungen angeboten werden. Viele Low-Code-Plattformen verfügen über umfangreiche Dokumentationen und Community-Foren, die den Lernprozess unterstützen. Praktische Übungen und das Erstellen kleiner Projekte helfen, die Konzepte zu verinnerlichen und die Fähigkeiten zu erweitern.
Der Hauptunterschied zwischen Low Code und No Code liegt im Grad der Programmierkenntnisse, die erforderlich sind. Low-Code-Plattformen erfordern grundlegende Programmierkenntnisse für komplexere Anpassungen, während No-Code-Plattformen vollständig auf visuelle Benutzeroberflächen setzen, die es Nutzern ohne technische Kenntnisse ermöglichen, Anwendungen zu erstellen. Beide Ansätze zielen darauf ab, die Anwendungsentwicklung zu vereinfachen.
Mit Low-Code-Plattformen kann die Entwicklung einer Anwendung erheblich beschleunigt werden, oft um bis zu 90 %. Dies bedeutet, dass einfache Apps in Stunden oder Tagen statt Wochen oder Monaten erstellt werden können. Die visuelle Modellierung und vorgefertigten Komponenten ermöglichen es Nutzern, schnell Prototypen zu erstellen und Anpassungen vorzunehmen.
Low-Code-Plattformen werden von einer Vielzahl von Unternehmen in unterschiedlichen Branchen genutzt, darunter IT, Telekommunikation, Finanzdienstleistungen und Marketing. Große Unternehmen setzen bereits 70 % ihrer neuen Anwendungen mit Low-Code-Technologien um, während 81 % der Unternehmen Low Code als strategisch wichtig erachten. Dies zeigt die breite Akzeptanz und den Nutzen dieser Technologien.
Generative KI wird zunehmend in Low-Code-Plattformen integriert, um die Erstellung von Anwendungen zu optimieren. Sie ermöglicht es Nutzern, Apps durch natürliche Sprache zu definieren, wodurch die Abhängigkeit von spezialisierten Entwicklern verringert wird. Dies fördert die Zugänglichkeit der Anwendungsentwicklung und ermöglicht es mehr Nutzern, innovative Lösungen zu erstellen.
Typische Anwendungsfälle für Low-Code umfassen die Entwicklung von internen Tools zur Prozessautomatisierung, Kundenbeziehungsmanagement-Systemen, Marketing-Automatisierungstools und mobilen Anwendungen. Unternehmen nutzen Low-Code auch für die schnelle Erstellung von Prototypen, um Ideen zu testen und Feedback zu sammeln, bevor sie in die vollständige Entwicklung investieren.
Der Markt für Low-Code-Plattformen wächst rasant und wird bis 2030 voraussichtlich ein Volumen von 101,7 Milliarden US-Dollar erreichen. Die Nachfrage nach diesen Technologien wird durch die Notwendigkeit angetrieben, die Anwendungsentwicklung zu beschleunigen und die Effizienz in Unternehmen zu steigern. Gartner prognostiziert, dass bis 2026 etwa 75 % aller neuen Anwendungen auf Low-Code basieren werden.
Der asiatisch-pazifische Raum spielt eine bedeutende Rolle im Low-Code-Markt, da er mit der höchsten Wachstumsrate (CAGR) aufwartet. Länder wie China, Indien und die Staaten Südostasiens zeigen eine hohe Akzeptanz von Low-Code-Technologien, was zu einer verstärkten Nachfrage und Investitionen in diesem Bereich führt.
Low Code unterstützt Citizen Developers, indem es ihnen ermöglicht, Anwendungen ohne tiefgehende Programmierkenntnisse zu erstellen. Bis 2026 wird erwartet, dass 80 % der Nutzer von Low-Code-Lösungen aus nicht-IT-Abteilungen stammen. Dies fördert die Innovationskraft innerhalb von Unternehmen und ermöglicht es Fachabteilungen, ihre spezifischen Anforderungen direkt umzusetzen.
Die Sicherheit von Low-Code-Plattformen variiert je nach Anbieter und Implementierung. Es besteht das Risiko von Schatten-IT, wenn nicht autorisierte Nutzer Anwendungen erstellen, die möglicherweise nicht den Sicherheitsstandards entsprechen. Unternehmen sollten klare Richtlinien und Governance-Strategien entwickeln, um sicherzustellen, dass die Nutzung von Low-Code-Plattformen sicher und kontrolliert erfolgt.
Häufige Funktionen von Low-Code-Plattformen umfassen visuelle Entwicklungsumgebungen, Drag-and-Drop-Elemente, vorgefertigte Vorlagen, Integrationen mit bestehenden Systemen und die Möglichkeit zur Erstellung von APIs. Diese Funktionen ermöglichen es Nutzern, Anwendungen schnell zu entwickeln und anzupassen, ohne tiefgehende technische Kenntnisse zu benötigen.
Die Zukunft von Low Code sieht vielversprechend aus, da die Nachfrage nach schnellen und flexiblen Entwicklungslösungen weiter steigt. Mit der Integration von generativer KI und der zunehmenden Akzeptanz in verschiedenen Branchen wird erwartet, dass Low-Code-Plattformen eine zentrale Rolle in der Softwareentwicklung einnehmen und die Art und Weise, wie Anwendungen erstellt werden, revolutionieren.
Quellen
- 26 Low-Code-Trends für 2026: Wichtige Statistiken und Erkenntnisse hostinger.com
- Die wichtigsten Softwareentwicklungstrends 2026 - Innowise innowise.com
- German Low-Code Day – Der Entscheider- und Expertenkongress ... lowcodeday.de
- Low-Code-Markt: 41 Milliarden Euro 2026, bis 2029 auf 54 Mrd. borncity.com
- Die Top 20 Low-Code-Plattformen 2026 im Vergleich - Mission Mobile mission-mobile.de
- Marktgröße, Marktanteil für Low-Code-Entwicklungsplattformen [2034] fortunebusinessinsights.com
- Low-Code im Marketing: Was in 2026 sinnvoll ist – und was nicht markenmut.de
- Low-Code/No-Code in der Enterprise-Software-Entwicklung – Fluch ... blog.mi.hdm-stuttgart.de
- Wir recherchieren die besten Low-Code-Entwicklungsplattformen ... reddit.com
- Softwaretrends 2026: Diese Entwicklungen sollten Unternehmen im ... softwarevergleich.de