GoBD – Definition und Bedeutung

Was ist GoBD? Die GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff) …

Key Facts

KategorieBuchführung, Compliance
Erstveröffentlichung/Ursprung14. November 2014
Typische VerwendungDigitale Buchführung und Archivierung von steuerrelevanten Daten
Verwandte BegriffeGoBS, GDPdU
SchwierigkeitsgradMittel
Lizenz/HerstellerBundesfinanzministerium (BMF)

Ausführliche Erklärung

Bedeutung und Definition der GoBD

GoBD steht für „Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff“. Diese Richtlinien sind die zentrale Verwaltungsanweisung des Bundesfinanzministeriums (BMF) zur digitalen Buchführung und spielen eine entscheidende Rolle in der IT-Softwareentwicklung. Die ursprüngliche Fassung der GoBD wurde am 14. November 2014 eingeführt, um die vorhergehenden Regelungen GoBS (Grundsätze ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführung) und GDPdU (Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen) zu ersetzen. Die aktuelle Neufassung ist am 1. Januar 2020 in Kraft getreten und wurde im BMF-Schreiben vom 28. November 2019 veröffentlicht.

Zentrale IT-Anforderungen der GoBD

Die GoBD stellt spezifische Anforderungen an Softwarelösungen, die in der Buchführung verwendet werden. Eine der zentralen Anforderungen ist die maschinelle Auswertbarkeit steuerrelevanter Daten über die gesetzlich vorgeschriebene Aufbewahrungsfrist von 10 Jahren. Dies muss unabhängig von Änderungen im Hard- oder Softwareumfeld gewährleistet sein, was als „Migrationsfestigkeit“ bezeichnet wird. Damit wird sichergestellt, dass Unternehmen ihre Daten auch nach einem Systemwechsel weiterhin rechtssicher aufbewahren und auswerten können.

Darüber hinaus müssen GoBD-konforme Systeme mehrere Kernprinzipien technisch umsetzen:

  • Unveränderbarkeit: Die Daten dürfen nachträglich nicht verändert werden, um die Integrität der Informationen zu gewährleisten.
  • Nachvollziehbarkeit: Alle Geschäftsvorfälle müssen nachvollziehbar sein, sodass die Entstehung und Verarbeitung der Daten im Detail zurückverfolgt werden kann.
  • Nachprüfbarkeit: Die Buchungen müssen so dokumentiert sein, dass sie von externen Prüfern jederzeit überprüft werden können.
  • Vollständigkeit und Richtigkeit: Alle Buchungen müssen vollständig erfasst und korrekt sein, um eine ordnungsgemäße Buchführung sicherzustellen.

Verfahrensdokumentation und Anforderungen an Unternehmen

Ein wesentliches Element der GoBD ist die Verpflichtung zur Erstellung einer detaillierten Verfahrensdokumentation. Unternehmen müssen alle IT-Systeme, die für die Buchführung und Aufbewahrung steuerrelevanter Daten verwendet werden, umfassend dokumentieren. Dies schließt sowohl Hardware- als auch Softwarekomponenten ein und muss auch die Geschäftsprozesse sowie das interne Kontrollsystem beschreiben. Die Verfahrensdokumentation dient dazu, die Einhaltung der GoBD-Anforderungen nachzuweisen und bietet eine transparente Grundlage für Prüfungen durch das Finanzamt.

Zusätzlich ist seit 2023 der neu geschaffene § 147b der Abgabenordnung (AO) in Kraft, der einheitliche digitale Schnittstellen und standardisierte Datensatzbeschreibungen für den Datenexport in Softwareprodukten verlangt. Diese Regelung zielt darauf ab, die Interoperabilität zwischen verschiedenen Systemen zu verbessern und den Datenaustausch zu vereinheitlichen.

Gleichbehandlung von Belegen und IT-Sicherheitsstandard

Ein weiterer wesentlicher Aspekt der GoBD ist die steuerliche Gleichbehandlung von elektronischen Rechnungen und Papierrechnungen. Durch die GoBD können Unternehmen gescannte Papierbelege unter bestimmten Voraussetzungen vernichten, was den Übergang zu einem papierlosen Büro erleichtert. Dies fördert nicht nur die Effizienz, sondern reduziert auch die Kosten für die physische Lagerung von Dokumenten.

Die Grundlage für die GoBD-Konformität ist ein sicherer, belastbarer und nachvollziehbarer IT-Betrieb. Dies umfasst ein angemessenes Kontroll- und Protokollumfeld, das die Integrität von Stamm-, Bewegungs- und Metadaten garantiert. Die Einhaltung von IT-Sicherheitsstandards ist daher unverzichtbar, um die Anforderungen der GoBD zu erfüllen und um sicherzustellen, dass alle Daten vor unbefugtem Zugriff geschützt sind.

Konsequenzen bei Nichtbeachtung und Relevanz für IT-Systeme

Die Nichteinhaltung der GoBD-Regelungen kann schwerwiegende Folgen für Unternehmen haben. Das Finanzamt kann dies als Ordnungsmäßigkeitsverstoß werten, was zu Nachzahlungen führen kann. Darüber hinaus könnte die Beweiskraft der Buchführung in Frage gestellt werden, was erhebliche rechtliche und finanzielle Risiken mit sich bringt.

Die GoBD-Richtlinien beziehen sich auf alle IT-Systeme, die direkt oder indirekt steuerrelevante Daten erfassen oder verarbeiten. Dazu zählen insbesondere Rechnungen, Belege und Angebote. Unternehmen sind daher gefordert, ihre Systeme so zu gestalten, dass eine revisionssichere Langzeitarchivierung gewährleistet ist. Dies erfordert nicht nur technologische Anpassungen, sondern auch eine umfassende Schulung der Mitarbeiter, um die Anforderungen der GoBD in der täglichen Buchführung zu berücksichtigen.

Typische Einsatzgebiete

  • Digitale Archivierung von Rechnungen
  • Compliance-Überprüfung bei Steuerprüfungen

Vorteile

  • Ermöglicht papierlose Buchführung
  • Gleichbehandlung von elektronischen und papierhaften Belegen

Nachteile

  • Komplexe Anforderungen an die IT-Systeme
  • Hoher Dokumentationsaufwand für Unternehmen

Praxisbeispiel

Ein Beispiel für die Anwendung der GoBD ist die Verwendung einer Buchhaltungssoftware, die alle Geschäftsvorfälle revisionssicher dokumentiert. Bei Code

software.generateReport();
wird ein GoBD-konformer Bericht erstellt.

Voraussetzungen

  • Kenntnis der steuerlichen Aufbewahrungspflichten
  • Verfügbarkeit geeigneter Softwarelösungen

Typische Tools

  • Buchhaltungssoftware – zur Einhaltung der GoBD-Vorgaben

Häufige Fehler

  • Unzureichende Verfahrensdokumentation
  • Nichtbeachtung der Migrationsfestigkeit

Best Practices

  • Regelmäßige Schulungen für Mitarbeiter zur GoBD-Konformität
  • Umfassende IT-Sicherheitsmaßnahmen implementieren

Vergleich mit ähnlichen Technologien

TechnologieUnterschied
GoBSDie GoBS beziehen sich auf die ordnungsgemäße Führung von Büchern, während die GoBD auch den Datenzugriff und die elektronische Aufbewahrung umfasst.

Lernpfad

  1. Verständnis der GoBD – Erlernen der Grundsätze zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von elektronischen Unterlagen.
  2. Softwareentwicklung – Entwicklung von GoBD-konformen Softwarelösungen, die die Anforderungen an Datenunveränderlichkeit und Nachvollziehbarkeit erfüllen.
  3. Verfahrensdokumentation – Erstellung und Pflege einer Verfahrensdokumentation zur Nachweisführung der GoBD-Konformität.
  4. IT-Sicherheitsstandards – Implementierung von Sicherheitsstandards zur Gewährleistung der Datenintegrität und des Schutzes vor unbefugtem Zugriff.

Zertifizierungen

  • GoBD-Zertifizierung (Deutsche Gesellschaft für Informationssicherheit (DGIS))
  • IT-Sicherheitszertifikat (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI))

Aktuelle Nachfrage am Arbeitsmarkt

Die Nachfrage nach Fachkräften, die sich mit den GoBD-Vorgaben auskennen, ist in Deutschland hoch. Unternehmen suchen verstärkt nach IT-Experten, die GoBD-konforme Systeme entwickeln und implementieren können, um rechtlichen Anforderungen gerecht zu werden.

Typische Berufe

  • IT-Compliance-Manager
  • Softwareentwickler für Buchhaltungslösungen
  • IT-Consultant für digitale Buchführung
  • Datenarchitekt

Gehaltsbereich

ca. 50.000 – 80.000 € brutto pro Jahr (Deutschland). Die Gehälter variieren je nach Erfahrung und Region.

Passende Jobs

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Häufig gestellte Fragen

Die GoBD, oder "Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff", sind eine zentrale Verwaltungsanweisung des Bundesfinanzministeriums. Sie regeln die digitale Buchführung und stellen sicher, dass Unternehmen steuerrelevante Daten ordnungsgemäß erfassen, aufbewahren und bereitstellen können. Die Vorgaben gelten für alle IT-Systeme, die mit steuerlich relevanten Daten arbeiten.

Die ursprüngliche Fassung der GoBD wurde am 14. November 2014 eingeführt, um die vorherigen Regelungen, GoBS und GDPdU, abzulösen. Die aktuelle, verbindliche Neufassung trat am 1. Januar 2020 in Kraft, nachdem sie im BMF-Schreiben vom 28. November 2019 veröffentlicht wurde. Diese Neufassung präzisiert die Anforderungen an die digitale Buchführung.

Die GoBD stellen mehrere zentrale Anforderungen an Softwarelösungen, die für die digitale Buchführung verwendet werden. Dazu gehören die Unveränderbarkeit der Daten, die Nachvollziehbarkeit und Nachprüfbarkeit aller Geschäftsvorfälle sowie die Vollständigkeit und Richtigkeit der Buchungen. Diese Prinzipien sollen sicherstellen, dass steuerrelevante Informationen verlässlich und nachvollziehbar dokumentiert werden.

Laut GoBD müssen steuerrelevante Daten für eine gesetzliche Aufbewahrungsfrist von 10 Jahren aufbewahrt werden. Dies gilt unabhängig von Änderungen im Hard- oder Softwareumfeld, was als Migrationsfestigkeit bezeichnet wird. Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Systeme diese Anforderungen erfüllen, um die ordnungsgemäße Buchführung zu gewährleisten.

Eine Verfahrensdokumentation ist eine detaillierte Beschreibung aller IT-Systeme, Geschäftsprozesse und des internen Kontrollsystems eines Unternehmens. Sie ist notwendig, um die Einhaltung der GoBD-Anforderungen zu belegen. Unternehmen sind verpflichtet, diese Dokumentation zu führen, um im Falle von Prüfungen durch das Finanzamt nachweisen zu können, dass sie die gesetzlichen Vorgaben erfüllen.

Ab 2023 verlangt der neu geschaffene § 147b AO der Abgabenordnung einheitliche digitale Schnittstellen und standardisierte Datensatzbeschreibungen für den Datenexport in Softwareprodukten. Diese Anforderungen sollen die Interoperabilität und den Austausch von steuerrelevanten Daten zwischen verschiedenen Systemen verbessern und den digitalen Datenaustausch vereinfachen.

Die GoBD sorgen für eine Gleichbehandlung von elektronischen Rechnungen und Papierrechnungen im steuerlichen Sinne. Das bedeutet, dass gescannte Papierbelege unter bestimmten Bedingungen vernichtet werden dürfen, was die Umsetzung eines papierlosen Büros erleichtert. Unternehmen müssen jedoch sicherstellen, dass die elektronischen Rechnungen den gleichen Anforderungen an Nachvollziehbarkeit und Unveränderbarkeit genügen.

Wenn die GoBD-Regelungen nicht beachtet werden, kann dies vom Finanzamt als Ordnungsmäßigkeitsverstoß gewertet werden. Dies kann zu Nachzahlungen führen, da die Buchführung möglicherweise nicht anerkannt wird. Zudem kann die Beweiskraft der Buchführung in Frage gestellt werden, was erhebliche finanzielle und rechtliche Konsequenzen für das Unternehmen nach sich ziehen kann.

Unternehmen können die Unveränderbarkeit von Daten gewährleisten, indem sie Systeme einsetzen, die eine manipulationssichere Speicherung der Informationen bieten. Dazu gehören beispielsweise digitale Signaturen, Hash-Werte oder spezielle Archivierungslösungen, die sicherstellen, dass einmal erfasste Daten nicht mehr verändert werden können. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Anforderungen der GoBD zu erfüllen.

Migrationsfestigkeit bezeichnet die Fähigkeit eines IT-Systems, steuerrelevante Daten über die gesamte gesetzliche Aufbewahrungsfrist von 10 Jahren hinweg verlässlich zu speichern, unabhängig von Änderungen in der Hard- oder Software. Dies bedeutet, dass Daten auch nach Systemwechseln oder Softwareupdates weiterhin zugänglich und auswertbar sein müssen, um die GoBD-Anforderungen zu erfüllen.

Ein sicherer, belastbarer und nachvollziehbarer IT-Betrieb ist eine grundlegende Voraussetzung für die GoBD-Konformität. Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre IT-Systeme über angemessene Kontroll- und Protokollumgebungen verfügen, um die Integrität von Stamm-, Bewegungs- und Metadaten zu garantieren. Sicherheitsvorkehrungen sind entscheidend, um unbefugte Zugriffe und Datenverluste zu verhindern.

Um die Nachvollziehbarkeit von Geschäftsvorfällen zu gewährleisten, müssen Unternehmen Systeme verwenden, die eine lückenlose Dokumentation aller Transaktionen ermöglichen. Dazu gehören Protokollierungen der Änderungen, klare Verknüpfungen zwischen Belegen und Buchungen sowie die Möglichkeit, alle relevanten Informationen jederzeit abrufen zu können. Diese Maßnahmen sind notwendig, um die Anforderungen der GoBD zu erfüllen.

Die GoBD ersetzen die früheren Regelungen GDPdU (Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen) und GoBS (Grundsätze ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführungssysteme). Während die GDPdU spezifisch auf die Prüfbarkeit digitaler Unterlagen abzielten, bieten die GoBD umfassendere Vorgaben zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern und Aufzeichnungen in elektronischer Form.

Unternehmen können GoBD-konform arbeiten, indem sie sich intensiv mit den Anforderungen der GoBD auseinandersetzen und entsprechende Schulungen für ihre Mitarbeiter anbieten. Zudem sollten sie ihre IT-Systeme regelmäßig auf Konformität überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Die Erstellung einer Verfahrensdokumentation und die Implementierung geeigneter Softwarelösungen sind ebenfalls wichtige Schritte auf dem Weg zur GoBD-Konformität.

Die Einhaltung der GoBD bietet Unternehmen mehrere Vorteile. Sie gewährleistet eine ordnungsgemäße Buchführung, die im Falle von Prüfungen durch das Finanzamt anerkannt wird. Zudem verbessert sie die Effizienz in der Datenverarbeitung und -archivierung und fördert die Digitalisierung von Geschäftsprozessen. Langfristig können Unternehmen durch die GoBD-Konformität auch Kosten sparen und ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern.

GoBD-konforme Software muss bestimmte Kernprinzipien erfüllen, darunter die Unveränderbarkeit der Daten, die Nachvollziehbarkeit und Nachprüfbarkeit aller Geschäftsvorfälle sowie die Vollständigkeit und Richtigkeit der Buchungen. Diese Prinzipien sind entscheidend, um sicherzustellen, dass alle steuerrelevanten Informationen korrekt erfasst und archiviert werden.

Die Finanzbehörden kontrollieren die Einhaltung der GoBD durch Prüfungen und Betriebsprüfungen, bei denen die Buchführung und die verwendeten IT-Systeme auf ihre Konformität überprüft werden. Dabei wird insbesondere auf die Verfahrensdokumentation, die Unveränderbarkeit der Daten und die Nachvollziehbarkeit von Geschäftsvorfällen geachtet. Unternehmen müssen bereit sein, entsprechende Nachweise zu erbringen.

Quellen

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