Credential Stuffing – Definition und Bedeutung
Was ist Credential Stuffing? Credential Stuffing bezeichnet eine Form des Cyberangriffs, bei der Angreifer gestohlene Zugangsdaten massenhaft bei verschiedenen Online-Diensten testen, um …
Key Facts
| Kategorie | Cybersecurity |
|---|---|
| Erstveröffentlichung/Ursprung | Unklar, jedoch seit den 2010er Jahren zunehmend relevant |
| Typische Verwendung | Massive Angriffe auf Online-Dienste und Plattformen |
| Verwandte Begriffe | Credential Theft, Phishing, Brute Force Attack |
| Schwierigkeitsgrad | Mittel |
| Lizenz/Hersteller | Nicht anwendbar |
Ausführliche Erklärung
Definition und Funktionsweise von Credential Stuffing
Credential Stuffing bezeichnet eine spezifische Form von Cyberangriffen, bei denen gestohlene Zugangsdaten, bestehend aus Kombinationen von Benutzernamen und Passwörtern, massenhaft bei verschiedenen Online-Diensten eingesetzt werden. Diese Angriffe nutzen die Tatsache, dass viele Nutzer die gleichen Anmeldedaten für mehrere Dienste verwenden. Angreifer setzen automatisierte Skripte oder Bots ein, um diese Kombinationen in großem Umfang zu testen und so unbefugten Zugriff auf Benutzerkonten zu erlangen.
Die technische Grundlage für Credential Stuffing-Angriffe beruht häufig auf der Verwendung von Infostealer-Malware, die auf den Endgeräten der Benutzer installiert ist. Diese Malware sammelt Anmeldeinformationen und leitet sie an die Angreifer weiter. Ein Beispiel dafür ist die Snowflake-Kompromittierung im Jahr 2024, bei der 165 Organisationen betroffen waren.
Hintergründe und Ursachen für Credential Stuffing
Die Zunahme von Credential Stuffing-Angriffen ist eng mit der steigenden Anzahl von Datenlecks und der verbreiteten Nutzung von Passwort-Managern verbunden. Sicherheitsexperten prognostizieren, dass bis 2026 weltweit etwa 16 Milliarden Login-Datensätze für solche Angriffe genutzt werden können. Ein massiver Leak im Juni 2025, der 16 Milliarden Login-Datensätze umfasste, verdeutlicht die Größenordnung des Problems.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Verhaltensweise der Nutzer. Viele Menschen verwenden dieselben Zugangsdaten für mehrere Webseiten und Dienste, was es Angreifern erleichtert, mit Erfolg auf unterschiedliche Konten zuzugreifen. Die statistische Erfolgsrate für Credential Stuffing liegt zwar nur bei etwa 0,1 %, was bedeutet, dass ein erfolgreicher Zugriff nach ca. 1.000 Versuchen statistisch zu erwarten ist. Dennoch ermöglichen die schiere Masse an automatisierten Login-Versuchen und die Verfügbarkeit gestohlener Daten massenhafte Kontoübernahmen.
Typischer Ablauf eines Credential Stuffing-Angriffs
Der typische Ablauf eines Credential Stuffing-Angriffs lässt sich in mehrere Schritte unterteilen:
- Datenbeschaffung: Angreifer nutzen Infostealer-Malware, um Zugangsdaten von ahnungslosen Nutzern zu stehlen.
- Erstellung von Kombinationslisten: Die gestohlenen Zugangsdaten werden in großen Datenbanken gesammelt und in Form von Listen strukturiert, um automatisierte Anfragen zu ermöglichen.
- Automatisierte Anmeldungen: Mit Hilfe von Bots und Skripten werden die Zugangsdaten massenhaft auf verschiedenen Online-Diensten getestet.
- Erfolgreicher Zugriff: Bei erfolgreichem Zugriff auf ein Konto können die Angreifer persönliche Daten stehlen, finanzielle Transaktionen durchführen oder das Konto anderweitig missbrauchen.
Abgrenzung zu anderen Angriffsmethoden
Credential Stuffing unterscheidet sich wesentlich von anderen Angriffsmethoden, wie beispielsweise Phishing oder Brute-Force-Angriffen. Während bei Phishing-Angriffen Nutzer durch täuschend echte E-Mails oder Webseiten zur Preisgabe ihrer Zugangsdaten verleitet werden, setzen Angreifer beim Credential Stuffing auf bereits gestohlene Informationen. Brute-Force-Angriffe hingegen versuchen, Passwörter durch systematisches Ausprobieren aller möglichen Kombinationen zu erraten, was in der Regel zeit- und ressourcenintensiver ist.
Filtern und Abwehren von Credential Stuffing-Angriffen
Um sich gegen Credential Stuffing-Angriffe zu schützen, sollten Unternehmen und Online-Dienste verschiedene Sicherheitsmaßnahmen implementieren:
- Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA): Durch die Einführung von MFA kann die Sicherheit der Konten erheblich erhöht werden, da ein zusätzliches Authentifizierungsmerkmal erforderlich ist.
- Rate-Limiting: Durch das Implementieren von Beschränkungen für die Anzahl an Anmeldeversuchen innerhalb eines bestimmten Zeitraums können automatisierte Angriffe erheblich erschwert werden.
- Überwachung und Erkennung: Die Implementierung von Systemen zur Überwachung von Anmeldeversuchen kann verdächtige Aktivitäten in Echtzeit erkennen und darauf reagieren.
- Passwort-Richtlinien: Die Förderung starker, einzigartiger Passwörter und die regelmäßige Aufforderung zur Passwortänderung können dazu beitragen, das Risiko von Kontoübernahmen zu verringern.
Insgesamt stellt Credential Stuffing eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit von Online-Diensten dar. Mit der kontinuierlichen Zunahme an Datenlecks und der Nutzung von automatisierten Angriffsmethoden ist es entscheidend, proaktive Maßnahmen zu ergreifen, um die Integrität von Benutzerkonten zu schützen.
Typische Einsatzgebiete
- Angriffe auf Online-Dienste
- Kontoübernahmen in sozialen Netzwerken
Vorteile
- Hohe Effizienz durch Automatisierung
- Niedrige Kosten für Angreifer
Nachteile
- Geringe Erfolgsquote pro Versuch
- Risiko der Entdeckung durch Sicherheitsmaßnahmen
Praxisbeispiel
Ein Beispiel für Credential Stuffing ist der Angriff auf PayPal im Dezember 2022, bei dem gestohlene Login-Daten aus verschiedenen Quellen verwendet wurden, um unbefugten Zugriff auf Konten zu erlangen.
Voraussetzungen
- Zugang zu gestohlenen Login-Daten
- Automatisierte Skripte oder Bots zur Durchführung der Angriffe
Typische Tools
- Infostealer-Malware – Für das Stehlen von Zugangsdaten
- Automatisierte Bots – Zur Durchführung massenhafter Login-Versuche
Häufige Fehler
- Unterschätzung der Sicherheitsmaßnahmen von Zielplattformen
- Verwendung von nicht anonymisierten IP-Adressen bei Angriffen
Best Practices
- Verwendung von Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)
- Regelmäßige Passwortänderungen und Nutzung einzigartiger Passwörter für verschiedene Dienste
Vergleich mit ähnlichen Technologien
| Technologie | Unterschied |
|---|---|
| Brute Force Attack | Credential Stuffing nutzt gestohlene Daten, während Brute Force Angriffe durch das Ausprobieren aller möglichen Kombinationen versuchen, Zugang zu erlangen. |
Lernpfad
- Grundlagen der IT-Sicherheit – Verstehen der grundlegenden Konzepte der IT-Sicherheit und der Bedrohungen durch Credential Stuffing.
- Erkennung von Credential Stuffing – Erlernen von Methoden zur Identifizierung von Credential Stuffing-Angriffen.
- Präventionsmaßnahmen – Entwicklung von Strategien zur Vermeidung von Credential Stuffing, einschließlich der Implementierung von Multi-Faktor-Authentifizierung.
- Reaktion auf Vorfälle – Erlernen von Vorgehensweisen zur Reaktion auf Sicherheitsvorfälle, die durch Credential Stuffing verursacht wurden.
Zertifizierungen
- Certified Information Systems Security Professional (CISSP) ((ISC)²)
- Certified Ethical Hacker (CEH) (EC-Council)
Aktuelle Nachfrage am Arbeitsmarkt
Die Nachfrage nach Fachkräften im Bereich IT-Sicherheit, insbesondere in Bezug auf Credential Stuffing, ist in den letzten Jahren gestiegen. Unternehmen suchen verstärkt nach Experten, die in der Lage sind, Sicherheitslücken zu identifizieren und zu schließen, um ihre Systeme vor solchen Angriffen zu schützen.
Typische Berufe
- IT-Sicherheitsanalyst
- Penetrationstester
- Sicherheitsberater
- Incident Response Specialist
Gehaltsbereich
ca. 50.000 – 80.000 € brutto pro Jahr (Deutschland). Die Gehälter variieren je nach Erfahrung und Region in Deutschland.
Passende Jobs
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Häufig gestellte Fragen
Credential Stuffing bezeichnet eine Art von Cyberangriff, bei dem Angreifer gestohlene Zugangsdaten, wie Benutzernamen und Passwörter, verwenden, um sich unbefugt Zugriff auf verschiedene Online-Dienste zu verschaffen. Diese Angriffe nutzen automatisierte Bots, die massenhaft Login-Versuche bei verschiedenen Plattformen durchführen. Aufgrund der weit verbreiteten Verwendung von gleichen oder ähnlichen Passwörtern über verschiedene Dienste hinweg ist Credential Stuffing besonders effektiv.
Angreifer sammeln große Mengen an Login-Daten, häufig aus Datenlecks, und verwenden dann automatisierte Programme, um diese Informationen bei anderen Diensten zu testen. Selbst wenn die Erfolgsquote nur bei etwa 0,1 % liegt, ermöglichen die riesigen Mengen an automatisierten Versuchen massenhafte Kontoübernahmen. Die Angreifer nutzen auch Infostealer-Malware, um Zugangsdaten zu stehlen und ihre Angriffe zu optimieren.
Credential Stuffing wird hauptsächlich verwendet, um unbefugten Zugriff auf Online-Konten zu erlangen. Dies kann zum Diebstahl von persönlichen Informationen, Finanzdaten oder zur Durchführung von Betrug führen. Angreifer zielen häufig auf Online-Dienste, Kundenportale und Cloud-Anwendungen ab, um Zugang zu sensiblen Daten zu erhalten und diese für kriminelle Zwecke zu missbrauchen.
Besonders gefährdet sind Branchen wie Online-Dienste, Kundenportale und Cloud-Anwendungen. Banken, E-Commerce-Websites und soziale Netzwerke sind häufige Ziele. Bekannte Unternehmen, die Opfer solcher Angriffe wurden, sind unter anderem HSBC, Spotify und PayPal. Diese Angriffe können erhebliche finanzielle und reputationsbezogene Schäden verursachen.
Die Folgen eines Credential Stuffing-Angriffs können gravierend sein. Dazu gehören unbefugter Zugang zu Konten, Diebstahl persönlicher Daten, finanzielle Verluste und Rufschädigung für die betroffenen Unternehmen. Außerdem können solche Angriffe zu rechtlichen Konsequenzen und einem Vertrauensverlust bei den Nutzern führen, was langfristige Auswirkungen auf die Kundenbindung und den Geschäftserfolg haben kann.
Um sich gegen Credential Stuffing zu schützen, sollten Nutzer starke, einzigartige Passwörter für jeden Dienst verwenden und idealerweise einen Passwort-Manager nutzen. Die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) kann ebenfalls einen zusätzlichen Schutz bieten. Unternehmen sollten Sicherheitsmaßnahmen implementieren, wie etwa die Überwachung verdächtiger Login-Aktivitäten und die Verwendung von CAPTCHA, um automatisierte Angriffe zu erschweren.
Die häufigsten Methoden zur Durchführung von Credential Stuffing umfassen den Einsatz von Infostealer-Malware, um Zugangsdaten zu stehlen, sowie die Verwendung von Bots, die automatisiert Login-Versuche bei verschiedenen Plattformen durchführen. Angreifer nutzen oft große Datenlecks, um eine umfangreiche Liste von gestohlenen Zugangsdaten zu erhalten und diese gegen andere Dienste zu testen.
Die statistische Erfolgsquote bei Credential Stuffing-Angriffen liegt bei etwa 0,1 %. Dies bedeutet, dass nur einer von tausend Versuchen erfolgreich ist. Trotz dieser niedrigen Erfolgsrate führen die enormen Mengen an automatisierten Login-Versuchen, die weltweit in den Milliarden liegen, zu einer signifikanten Anzahl an Kontoübernahmen und Sicherheitsvorfällen.
Der größte Leak von Login-Daten wurde im Juni 2025 identifiziert und umfasste 16 Milliarden Login-Datensätze, die auf 30 verschiedene Datensets verteilt waren. Einzelne Datensets enthielten bis zu 3,5 Milliarden Einträge. Solche massiven Datenlecks bieten Angreifern die Möglichkeit, Credential Stuffing-Angriffe in einem erheblichen Umfang durchzuführen.
Branchenberichte zeigen, dass weltweit über 24 Milliarden gestohlene Zugangsdaten-Paare kursieren, die auf dem Darknet gehandelt werden. Diese enorme Menge an Daten stellt eine erhebliche Bedrohung für die Sicherheit von Online-Diensten dar, da sie Angreifern die Möglichkeit gibt, Credential Stuffing-Angriffe durchzuführen und unbefugten Zugriff auf Konten zu erlangen.
Infostealer-Malware ist eine Art von Schadsoftware, die darauf abzielt, persönliche Informationen, einschließlich Zugangsdaten, von infizierten Geräten zu stehlen. Diese Malware spielt eine entscheidende Rolle bei Credential Stuffing, da sie Angreifern ermöglicht, große Mengen an realen Login-Daten zu sammeln, die dann in automatisierten Angriffen verwendet werden, um sich Zugang zu verschiedenen Online-Diensten zu verschaffen.
Unternehmen sollten umfassende Sicherheitsmaßnahmen implementieren, um sich gegen Credential Stuffing zu schützen. Dazu gehören die Überwachung von Login-Aktivitäten, die Implementierung von Zwei-Faktor-Authentifizierung, die Nutzung von CAPTCHA zur Verhinderung automatisierter Angriffe und regelmäßige Schulungen für Mitarbeiter zur Sensibilisierung für Sicherheitsfragen. Ein proaktiver Ansatz kann helfen, die Auswirkungen solcher Angriffe zu minimieren.
Der Synthient Credential Stuffing Threat Data-Breach, der im November 2025 entdeckt wurde, enthält fast 2 Milliarden eindeutige Kombinationen aus E-Mail-Adressen und Passwörtern, darunter 1,957 Milliarden E-Mail-Adressen und 1,3 Milliarden Passwörter. Dieser massive Datenverlust stellt eine erhebliche Bedrohung für die Sicherheit dar, da die gestohlenen Daten in Credential Stuffing-Angriffen verwendet werden können.
Laut SlashNext gab es in der zweiten Jahreshälfte 2024 einen dramatischen Anstieg der Credential-Theft-Angriffe um 703 Prozent. Dieses Jahr wird als Schlüsselmoment für Credential Stuffing-Angriffe betrachtet. Die Zunahme solcher Angriffe zeigt die wachsende Bedrohung und die Notwendigkeit für Unternehmen, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken.
Die Bekämpfung von Credential Stuffing stellt Unternehmen vor mehrere Herausforderungen. Dazu gehören die schiere Menge an automatisierten Login-Versuchen, die Verwendung gestohlener Zugangsdaten und die Tatsache, dass viele Nutzer schwache Passwörter verwenden oder dieselben Passwörter für verschiedene Dienste nutzen. Zudem ist es schwierig, zwischen legitimen und böswilligen Login-Versuchen zu unterscheiden, was die Implementierung effektiver Sicherheitsmaßnahmen erschwert.
Ein Metadaten-Leak bezieht sich auf das unabsichtliche Offenlegen von Daten, die Informationen über andere Daten enthalten. Solche Leaks können dazu führen, dass Angreifer automatisierte Credential Stuffing-Wellen gegen verschiedene Online-Dienste auslösen. Ein Beispiel ist ein Leak eines europäischen Passwort-Managers im Sommer 2026, der zu vermehrten Angriffen auf Banking-Portale und Online-Shops führte.
Nutzer können ihre Konten vor Credential Stuffing schützen, indem sie starke, einzigartige Passwörter für jeden Dienst verwenden und regelmäßig ihre Passwörter ändern. Die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) bietet einen zusätzlichen Schutz. Außerdem sollten Nutzer wachsam gegenüber verdächtigen Aktivitäten in ihren Konten sein und im Falle eines Datenlecks sofortige Maßnahmen ergreifen, um ihre Konten zu sichern.
Quellen
- Credential Stuffing: Die größten Identitätsdiebstähle der 2020er borncity.com
- Credential Stuffing erkennen: Brisante Anleitung 2026 | dm digital-magazin.de
- Was bedeutet Credential Stuffing? - Cloudflare cloudflare.com
- Credential-Leak 149 Millionen Passwörter – Risiken und ... ilja-schlak.de
- Passwort-Leak: Synthient Credential Stuffing Threat Data - Firewalls24 firewalls24.de
- Credential-Stuffing - Security - Vodafone vodafone.de
- Was ist ein Credential Stuffing? So erkennen und verhindern Sie fortinet.com
- Was ist Credential Stuffing? - CrowdStrike crowdstrike.com
- Wie kann man Credential-Stuffing-Angriffe verhindern? - SentinelOne sentinelone.com
- Was ist Credential Stuffing? - Security-Insider security-insider.de